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TikTok: EU-Kommission leitet Untersuchungen ein
Die EU-Kommission untersucht, ob das soziale Netzwerk mit seinem „süchtig machenden Design“ gegen das EU-DSA verstößt.
INHALTSVERZEICHNIS
TikTok: Die EU-Kommission untersucht, ob das soziale Netzwerk TikTok mit seinem „süchtig machenden Design“ gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstößt. Demnach sei die Video-App speziell dazu entworfen worden, Nutzer an das Smartphone zu binden. Unendliches Scrollen in Kombination mit automatisch startenden Videos und an einem hochpersonalisierten Empfehlungssystem würde der Förderung von Suchtverhalten gleichkommen.
Ob und wie derartige Funktionen das körperliche und geistige Wohlbefinden von Nutzern, unter denen sich auch Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene befinden, beinträchtigen könnten, habe das Unternehmen nicht ausreichend berücksichtigt, teilt die Kommission mit.
EU-Kommission leitet Untersuchungen gegen TikTok ein
Die TikTok-App sei darauf ausgelegt, Nutzer mit ständigen „Belohnungen“ in Form von neuen Inhalten auszusetzen, was das menschliche Gehirn in einen „Autopilot-Modus“ versetzen würde. TikTok muss allerdings laut der DSA als sehr große Plattform prüfen, ob und welche Risiken für Nutzer bestehen.
Genau hier setzt die Kritik der EU-Kommission an: „TikTok hat wichtige Indikatoren für eine zwanghafte Nutzung der App außer Acht gelassen, wie beispielsweise die Zeit, die Minderjährige nachts auf TikTok verbringen, die Häufigkeit, mit der Nutzer die App öffnen, und andere potenzielle Indikatoren.“ Die EU-Kommission hat das DSA-Verfahren bereits im Februar 2024 eingeleitet und hat seitdem TikToks eigene Risikobewertung analysiert, interne Dokumente und Daten untersucht und Fachleute zu dem Thema Suchtverhalten befragt.
Süchtig machendes Konzept muss überarbeitet werden
In der Europäischen Union wird die Nutzung von Social-Media-Diensten zurzeit lebhaft diskutiert. Australien hatte mit seinem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige den Stein ins Rollen gebracht beziehungsweise diesen neu angestoßen. Spanien plant nun ebenfalls ein Verbot aller Dienste für Kinder unter 16 Jahren und auch Frankreich diskutiert ein vergleichbares Vorhaben. In Deutschland setzen sich Unionspolitiker neuerdings ebenfalls für eine härtere Gangart gegen die Techkonzerne ein.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte in ihrer Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union im vergangenen Jahr von „Algorithmen, die die Schwächen von Kindern ausnutzen, um sie süchtig zu machen“, gesprochen. Ein möglicher Hebel können Verfahren nach dem EU-Gesetz für digitale Dienste herangezogen werden. Die Kommission ist aktuell der Ansicht, dass das Unternehmen das „grundlegende Design“ ändern müsse, ansonsten droht eine Strafe in Millionenhöhe.
Quellenangabe: Tagesschau
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