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Amazon: AirTag beweist destruktives Scannen für KI-Training
KI-Unternehmen sollen massenhaft Bücher bei Antiquariaten kaufen, um mit diesen ihre großen Sprachmodelle zu trainieren.
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Amazon: KI-Unternehmen sollen laut Berichten massenhaft Bücher bei Antiquariaten kaufen, um mit diesen ihre großen Sprachmodelle zu trainieren. Entsprechende Gerüchte kursieren bereits seit Monaten durch die Online-Presse. Das US-Magazin 404 Media hat nun gemeinsam mit einem Buchhändler eine entsprechende Lieferung mit einem Apple AirTag versehen, landete bei einem T-Rex und konnte derart beweisen, dass die Berichte zutreffen: Amazon vernichtet Bücher zwecks Training der hauseigenen KI.
Das ist schon ein wenig bizarr, ist der US-Konzern doch einst als Online-Bücherhändler gestartet. Amazon ist allerdings nicht allein auf weiter Flur, auch andere KI-Konzerne bedienen sich dem sogenannten destruktiven Scannen.
Amazon vernichtet Bücher zum Training seiner KI
Das hat zwei gute Gründe: Das im Internet verfügbare Wissen dürfte inzwischen von Bots komplett abgegrast sein, zudem werden immer mehr Inhalte selbst von KI verfasst. Das gilt sogar für Gastbeiträge von Politiker, wie das wenig schmeichelhafte Beispiel von Mario Voigt, seines Zeichens Ministerpräsident von Thüringen, zeigt.
Der gute Mann kann oder will nicht schreiben, also musste die KI ran. Und ja, auch der Doktortitel wurde ihm entzogen, da Voigt massiv abgeschrieben haben soll. Die KI-Firmen hingegen haben ganz andere Sorgen, gehen ihnen doch langsam aber sicher authentische Quellen zum Training ihrer künstlichen Intelligenzen aus.
AirTag beweist destruktives Scannen für KI-Training
Die Unternehmen suchen daher gezielt nach eher seltenen Werken, die noch nicht digitalisiert und in Datenbanken eingespeist wurden. Eine Digitalisierung und anschließende Veröffentlichung ist explizit nicht vorgesehen, womit die Verwendung unter das US-amerikanische Fair Use fällt. Daher werden die Bücher nach dem Scannen in der Regel vernichtet, was als destruktives Scannen bezeichnet wird.
Das Vorgehen wurde erstmals durch Gerichtsunterlagen bekannt, die im Zusammenhang mit einem Urheberrechtsprozess gegen Anthropic veröffentlicht wurden. Dem Bericht von 404 Media zufolge macht Amazon aus der Vernichtung der Bücher keinen Hehl, die Tür des Lagers, als VGT3 bezeichnet, zeigt als Logo einen Tyrannosaurus Rex, der sich gierig über ein Buch hermacht.
Bücherverschlingender T-Rex verschärft die Sorgen
Befürchtungen, nach denen die KI-Anbieter sogar seltene, antiquarische Werke scannen und vernichten würden, scheinen sich hingegen nicht zu bestätigen. Buchhändler geben an, dass gezielt nach Werken mit ISBN gesucht werde. Anthropic und xAI wiesen dann auch laut Ars Technica Berichte zurück, nach denen sie ihre Modelle mit seltenen oder antiquarischen Büchern trainieren würden.
Amazon räumte in einer Stellungnahme das destruktive Scannen nicht ein und schrieb dem Bericht zufolge lediglich: „Amazon erwirbt Bücher über kommerzielle Kanäle, um die Entwicklung und Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen, die unsere Kunden nutzen.“ Deutscher Antiquare stehen damit vor einem Dilemma, wollen sie doch eigentlich nicht, dass seltene Exemplare durch das Scannen möglicherweise unwiederbringlich verloren gehen. „Es handelt sich ja um Bücher, für die keine Nachfrage da ist. Vielleicht wird es in Zukunft eine Nachfrage geben und es lohnt sich, sie in irgendeiner Form zu bewahren, oder eben nicht“, erklärt ein Nutzer auf Lesekauz.de.
Quellenangabe: Golem
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