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Apple: Siri Recap und Live Rewind lauschen fleißig mit
Die neuen Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 kommen mit zwei Neuerungen, die durchaus zweifelhaft sind.
INHALTSVERZEICHNIS
Apple: Die neuen Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 kommen mit zwei Neuerungen, die durchaus zweifelhaft sind. Siri Recap und Live Rewind zeichnen unter dem Motto „Audio Intelligence“ Gespräche in der Umgebung auf und transkribieren diese. Siri Recap kann das sogar den ganzen lieben Tag machen, setzt Gesprächspartner darüber aber nicht in Kenntnis. Die Computeruhren von Apple mutieren dadurch zu intelligenten Gesprächsrekordern.
Siri Recap muss dazu nicht extra konfiguriert oder gestartet werden, was auch den wichtigen Unterschied zu Audiorekordern auf Smartphones darstellt. Apple-Watch-Besitzer können allerdings vorgeben, dass ihre Uhr ausschließlich an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten lauscht. Ausschalten lässt die Funktion auch. Immerhin.
Apple stellt neue „Audio Intelligence“-Funktionen vor
Die neuen Apple Watches können also unter Verwendung von Siri Recap Dauerlauschangriffe ausführen. Die Audioaufnahmen werden allerdings nicht gespeichert, sondern einzig in Form von Zusammenfassungen wiedergegeben. Wirklich beruhigend ist das allerdings nicht. Der Sinn der Sache? Nutzer sollen am Ende des Tages alle Ereignisse nachlesen können, um an wichtige Dinge erinnert zu werden.
Apple erklärt auf der Produktseite der Funktion, die zur neuen Audio-Intelligence-Suite gehört, wie Nutzer selbst, aber auch andere Personen geschützt werden sollen. Dazu gehört unter anderem, dass Siri Recap weder Audiodateien speichert, noch Wort-für-Wort-Transkriptionen anzeigt. Es gibt immer nur eine Zusammenfassung, die nach einer Woche gelöscht wird, wenn Nutzer sie nicht speichern.
Siri Recap und Live Rewind lauschen permanent mit
Apple erklärt außerdem – es gibt offenbar eine ganze Menge zu erklären – dass der US-Konzern selbst keinen Zugriff auf die Daten habe, da diese Ende-zu-Ende-verschlüsselt in iCloud abgelegt werden. Audiodateien, auf der die Transkriptionen basieren, würden im neuen S11-Chip auf der Apple Watch verarbeitet, auf den auch Apple nicht zugreifen kann, und anschließend gelöscht. Mindestens ein iPhone 16 muss gekoppelt sein, was zumindest für eine teilweise Verarbeitung auf dem iPhone spricht.
Die Privatsphäre der Umstehenden soll gewährleistet werden, indem Siri Recap in den Zusammenfassungen keine Sprecher identifiziert und zuweist. Sicherheitsrelevante Gesprächsinhalte sollen nicht verarbeitet werden, etwa Informationen zu Finanzen oder Passwörtern. Im Abschnitt zum Schutz der Umstehenden weist Apple aber auch vorsichtshalber darauf hin, dass Nutzer Rücksicht auf andere nehmen sollen.
Nutzer können mit Siri Recap Unterhaltungen aufzeichnen
Apple scheint sich selbst bewusst zu sein, dass die Funktion für allerlei Kritik sorgen wird. Nutzer können mit Siri Recap Unterhaltungen zumindest sinngemäß aufzeichnen, ohne dass andere davon überhaupt etwas mitbekommen. Wirklich gefährlich ist Recap vor allem deshalb, weil sie den ganzen Tag ohne Anlass und unbemerkt laufen kann. Immerhin sind keine Audioaufzeichnungen verfügbar, was datenschutzrechtlich noch eine ganz andere Dimension hätte.
Die zweite neue Funktion namens Live Rewind macht die Sache nicht besser: Nutzer der neuen Computeruhren können alles, was in den letzten 15 Sekunden gesagt wurde, Wort für Wort auf der Uhr anzeigen und gegebenenfalls in Siri speichern lassen. Anders als bei Siri Recap handelt es sich hierbei um eine echte Transkription.
Start der neuen KI-Funktionen in der EU wohl ungewiss
Live Rewind wird durch einen doppelten Druck auf die Krone der Apple Watch ausgelöst. Der Hersteller erklärt, dass es dabei ein akustisches Signal und eine Einblendung auf dem Display geben. Es ist aber denkbar, dass andere Personen das gar nicht mitbekommen, wenn die Bedienung etwa unter dem Hemdsärmel passiert. Auch dürften viele das akustische Signal nicht zuordnen können. Mehr Schutz gibt es nicht, womit Missbrauch quasi vorhersehbar ist.
Wie Siri Rewind Recap zeichnet auch Live Rewind allerdings keine Audiodateien auf. Dessen ungeachtet gilt wie bei allen KI-Aufzeichnungsgeräten auch, dass das Thema Schutz der Privatsphäre schwierig wird, wenn Nutzer nicht verantwortungsvoll mit der Technik umgehen. Dass Apple Neuerungen unbemerkt und dauerhaft eingesetzt werden können, verstärkt das Kopfschütteln.
Live Rewind und Siri Recap sollen als Betaversion zum Jahresende 2026 starten, zunächst auf Englisch und in den USA. In der EU dürften die Funktionen vorerst nicht erscheinen, was auch für Siri AI selbst gilt.
Quellenangabe: AppGamers
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