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Shein: Umwelthilfe erzwingt Wahrheit bezüglich Klimaversprechen
Der Online-Händler aus China führt bei seinen selbstgenannten Klimazielen die Kunden ziemlich an der Nase herum.
INHALTSVERZEICHNIS
Shein: Der chinesische Online-Händler hat nach einer Abmahnung durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Die Organisation hatte dem Unternehmen irreführende Versprechen zum Klimaschutz vorgeworfen. Shein bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Vorgang.
Der Händler aus China hatte laut Angaben der DUH auf seinen Internetseiten unter anderem mit dem Ziel geworben, bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden zu wollen. Konkrete Informationen, wie das erreicht werden soll, fehlen allerdings. Dem Nachhaltigkeitsbericht von Shein kann hingegen entnommen werden, dass die Emissionen des Unternehmen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 23 Prozent gestiegen waren.
Umwelthilfe erzwingt Wahrheit bezüglich Klimaversprechen
Das will nur schwer zu dem erklärten Klimaziel passen und die Umwelthilfe sprach dann auch in einer offiziellen Pressemitteilung von einer „dreisten Verbrauchertäuschung“. Shein habe sich nach der Abmahnung verpflichtet, entsprechende Aussagen künftig zu unterlassen oder mit konkreten Maßnahmen zu belegen. Das Unternehmen habe seine Darstellung inzwischen überarbeitet.
Ein Sprecher von Shein sagte auf Nachfrage: „Wir haben in den vergangenen Monaten einen konstruktiven Dialog mit der DUH geführt und dabei zusätzliche Klarheit über unseren Nachhaltigkeitsfahrplan, unsere Ziele und über die zugrunde liegenden Daten geschaffen.“ Weitere Informationen seien auf der Internetseite veröffentlicht worden. Diese sollen zusätzliche Transparenz über Pläne und Fortschritte bieten, wie Lieferketten dekarbonisiert werden können.
Shein ist sowohl Online-Händler, Hersteller und Marktplatz
Der Online-Händler aus China hat seinen Firmensitz in Singapur und ist sowohl Hersteller, Händler als auch Online-Marktplatz. DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz erklärte: „Diese Geschäftsmodelle dürfen sich nicht länger lohnen.“ Ultra-Fast-Fashion, die über den halben Globus geflogen werde, könne grundsätzlich nicht klimafreundlich sein.
Der Verein hat weitere rechtliche Schritte gegen Shein eingeleitet, unter anderem wegen Werbeaussagen mit Begriffen wie „umweltfreundlich“. Anbieter wie Shein oder Temu erfreuen sich bei Verbrauchern großer Beliebtheit. Laut Handelsverband werden täglich etwa 400.000 Pakete von Shein und Temu nach Deutschland verschickt. Die Unternehmen stehen allerdings seit längerer Zeit massiv in der Kritik.
Verbraucherschützer stören sich an geringer Produktqualität
Marktbeobachter, Verbraucherschützer und Politiker stören sich unter anderem an geringer Produktqualität, mangelnden Kontrollen und unfairen Wettbewerbsbedingungen. Sie fordern eine strengere Regulierung und besseren Schutz beim Online-Einkauf. Die EU-Kommission beschäftigt sich ebenfalls mit dem chinesischen Unternehmen und beanstandete bereits im Mai 2025 Verstöße gegen EU-Vorschriften.
Nach einem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen und Waffen verlangte die Kommission im November Auskünfte. Shein reagierte und erklärte, die Online-Plattform habe umgehend Maßnahmen ergriffen, um solche Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Die Europäischen Union erhöhte zudem im Kampf gegen Billigimporte erst kürzlich die Importkosten. Jede Sendung mit einem Warenwert bis 150 Euro soll ab Juli mit einer Abgabe von drei Euro belegt werden.
Quellenangabe: Heise
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