Corona-Warn-App: Probleme bei neuer Check-In-Funktion

Corona-Warn-App: Wenn zwei sich streiten, bleiben die Nutzer auf der Strecke.

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Corona-Warn-App versus Luca-App – wenn zwei sich streiten, bleiben die Nutzer auf der Strecke. Die deutsche Corona-App hat Probleme mit dem digitalen Check-In. Ein QR-Code für alle Apps, dass hatte die Bundesregierung bei der Vorstellung der neuen Check-In-Funktion der Corona-Warn-App versprochen.

Die Praxis belegt das Gegenteil, die Codes der Luca-App funktionieren nicht. Das ergaben Recherchen der Tagesschau. Nutzer der Corona-Warn-App (CWA) und der Luca-App werden vermutlich für einige Wochen Probleme beim digitalen Eincheck haben. Eine Behebung des Fehlers ist laut Luca-Chef Patrick Henning „erst in zwei bis drei Wochen“ möglich.

Corona-Warn-App mit Problemen beim Check-In

Dabei hatte die Bundesregierung bei der Vorstellung der Funktion, die vergangene Woche mit dem neuesten Update in die Corona-Warn-App integriert wurde, noch versprochen, dass der QR-Code von Luca für beide Apps genutzt werden könne. Mit der Check-in-Funktion sollen etwa alle Gäste eines Restaurants oder Besucher von Veranstaltungen gewarnt werden, falls ein anderer Gast des Events wenig später positiv auf Covid-19 getestet wird.

Die Apps privater Anbieter zur Kontaktnachverfolgung, wie etwa Luca, funktionieren ähnlich, haben jedoch einen anderen Zweck. Sie leiten die persönlichen Kontaktdaten der Gäste digital an die Gesundheitsämter weiter, um so deren Arbeit zu erleichtern. Bei der Corona-Warn-App werden hingegen keine persönlichen Daten wie Name oder Telefonnummer angegeben. Nur der Ort der Veranstaltung, die Dauer des Aufenthalts und die Art der Veranstaltung werden gespeichert.

Corona-Warn-App soll QR-Codes unterstützen

Wer für die Probleme verantwortlich ist, darüber hüllen sich die Verantwortlichen in Schweigen. Das Robert Koch-Institut (RKI) als Herausgeber der CWA verweist auf das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Das BMG antwortete auf Anfrage von Tagesschau lediglich: „Wie angekündigt ist es mit dem aktuellen Update der CWA möglich, auch QR-Codes von Apps zur digitalen Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu verwenden.

Darauf können sich die Anbieter solcher Apps einstellen.“ Fragen, seit wann die Probleme bekannt seien, wer dafür verantwortlich sei und wann sie behoben werden, wurden nicht beantwortet. Luca weist die Schuld von sich. „Die CWA hat eine eigene Struktur vorgegeben und sich dagegen entschieden, selbst kompatibel mit den Inhalten der Luca-Codes zu sein“, erklärte Hennig, Geschäftsführer von Nexenio, dem Unternehmen hinter dem Luca-System. Allen Luca-Codes müsse ein neues Datenpaket für die CWA hinzugefügt werden. „Hierzu laufen gerade die Abstimmungen mit BMG und SAP.“

Luca-App erhält massive Kritik von Experten

Die Luca-App erhält zurzeit ohnehin viel Gegenwind. 70 renommierte IT-Sicherheitsexperten haben vor Tagen in einer gemeinsamen Erklärung massiv Kritik an der App geübt. Die Software erfasse „in großem Umfang“ Bewegungs- und Kontaktdaten. Auch berge die Datenspeicherung an zentraler Stelle ein eklatantes Missbrauchspotential. Vor zwei Wochen hatte der Chaos Computer Club gefordert, keine Steuermittel mehr für die App auszugeben.

Auslöser waren Warnungen von Datenschutz-Aktivisten vor Schwachstellen bei den Luca-Schlüsselanhängern, die für Menschen ohne Smartphone gedacht sind. Die App, für die unter anderem Hip-Hop-Sänger Smudo von den „Fantastischen Vier“ wirbt, wird in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Bayern, Sachsen-Anhalt, Hamburg und im Saarland aus Steuermitteln finanziert. Diese summieren sich nach Recherchen des Portals Netzpolitik.org auf insgesamt 20 Millionen Euro.

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