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Temu: EU-Kommission verhängt Strafe von 200 Millionen Euro
Die chinesische Online-Plattform Temu soll nicht ausreichend gegen illegale Produkte vorgehen und daher 200 Millionen Euro Strafe zahlen.
INHALTSVERZEICHNIS
Temu: Die chinesische Online-Plattform Temu soll nicht ausreichend gegen illegale Produkte vorgehen und daher 200 Millionen Euro Strafe zahlen. Die EU-Kommission ist zu der Auffassung gelangt, dass das digitale Verkaufsportal Verbrauchern in der Europäischen Union oftmals illegale Produkte zum Kauf anbiete. Dabei soll es sich konkret gefälschte, gefährliche, giftige oder auf andere Weise umweltschädliche Produkte handeln.
Die Verantwortlichen in Brüssel beziehen sich dabei auf eigene Ermittlungen und Testkäufe sowie auf Untersuchungen von Verbraucherschutz-Organisationen. Als Negativbeispiele nennen die EU-Kommissare unter anderem Klein-Elektronik und Ladegeräte, die selbst grundlegende Sicherheitstests nicht besehen würden.
EU-Kommission verhängt Strafe von 200 Millionen Euro
Besonders kritisch wird auch das auf Temu angebotene Spielzeug für Babys und Kleinkinder gesehen, dass hohe Sicherheitsrisiken aufweist. Die Spielzeuge enthalten entweder schädliche Chemikalien in einem Maß, das sämtliche gesetzlichen Grenzwerte in der EU überschreitet, oder abnehmbare Teile, die zum Ersticken der Kinder führen könnten.
Die EU-Kommission hatte das Online-Portal in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, gemäß den europäischen Digitalgesetzen die nötigen Risikobewertungen durchzuführen und auffällige Anbieter von der Plattform zu verbannen. Konsequenzen hatte dies bisher nicht, sodass nun die 200 Millionen-Euro-Strafe verhängt wurde.
Temu hat bis August 2026 Zeit, deutlich besser zu werden
Das Geschäftsmodell von Temu stößt der EU-Kommission ebenfalls auf: Die teils intransparenten Empfehlungssysteme und die Werbung mit Influencern könnten dazu führen, dass die Verbreitung der illegalen Produkte noch zusätzlich verstärkt wird. Temu teilte als Reaktion mit, die Entscheidung sorgfältig zu prüfen und „alle verfügbaren Optionen abzuwägen“. Das Unternehmen werde weiter konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten.
Temu gebe europäischen Verbrauchern „Zugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte“ und helfe auch europäischen Unternehmen, mehr Kunden zu erreichen.Die chinesische Online-Plattform muss nun bis Ende August 2026 einen Plan vorlegen, wie die Mängel behoben werden sollen, um mit den europäischen Digitalgesetzen konform zu gehen. Andernfalls drohen weitere Strafzahlungen in Millionenhöhe.
Temu verzeichnet in Deutschland aktuell fast 20 Millionen aktive Nutzer pro Monat und ist damit der größte europäische Markt für die Plattform. Europaweit erreicht der Marktplatz monatlich über 115 Millionen Nutzer.
Quellenangabe: Tagesschau
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