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Aldi: „Günstig ohne Bonus-App“ bringt Lidl auf die Palme
Die deutschen Discounter liefern sich einen erbitterten Preiskampf und setzen dabei massiv auf das Sammeln von Kundendaten.
INHALTSVERZEICHNIS
Aldi: Die deutschen Discounter liefern sich einen erbitterten Preiskampf und setzen dabei massiv auf das Sammeln von Kundendaten. Aldi hingegen bietet nach eigenen Angaben den besten Preis für alle und verzichtet dabei auf eine Bonus-App. Die Einzelhändler in Deutschland haben ihre mobilen Apps in den letzten Jahren umfangreich um Coupon- und Rabattsysteme erweitert.
Das Prinzip ist einfach: Coupons aktiven, digitale Rabatt erhalten und im Gegenzug persönliche Daten preisgeben. Das ist schon ein wenig verwunderlich: Alle schimpfen auf die „Datenkrake Facebook“, Lidl, Edeka und Co. sind aber kein Stück besser. Daran scheinen sich nicht viele zu stören – oder vielleicht doch?
„Günstig ohne Bonus-App““ bringt Lidl auf die Palme
Aldi zumindest will die Kunden einsammeln, die von Apps genug haben. Die Werbebotschaft ist klar und deutlich: „Günstig ohne Bonus-App“. Der Preis in den Filialen soll somit für alle Kunden gelten und dies unabhängig davon, ob sie eine App verwenden oder digitale Coupons nutzen. Rund 65 Prozent der Deutschen besitzen laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsriesen NIQ mindestens eine Händler-App.
Das klingt erstmal viel, doch viele Kunden nutzen die Apps nicht regelmäßig. Laut Stephan Rüschen, Handelsexperte von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn, empfinden viele Menschen die mobilen Apps als zu kompliziert. Viele Verbraucher hätten keine Lust auf den digitalen Coupon-Dschungel, denn oftmals brauche man für jeden Laden eine andere App.
Preis in Filialen von Aldi soll für alle Kunden gelten
Zudem wird immer heftiger darüber diskutiert, dass es ungerecht sei, dass Menschen mit Mobilgerät und App weniger bezahlen würden. Gerade für ältere Menschen oder Personen mit Sehbehinderung können die digitalen Angebote zusätzlich eine Hürde darstellen. Also hat nun offenbar genau diese Zielgruppe im Fokus und will für Fairness stehen.
Der „Aldi-Preis“ wolle gute Lebensmittel für alle bezahlbar machen, erklärt dann Aldi Süd-Geschäftsführer Simon Gelzer im Marktmagazin mex des Hessischen Rundfunks. Das Versprechen: Am Regal steht ein Preis – und dieser gilt für jeden Kunden. Ohne Bedingungen, ohne Smartphone, ohne die Freigabe persönlicher Daten und ohne aktivierte Coupons.
Lidl schlägt mit zweifelhafter Kampagne zurück
Dem konnte und wollte Lidl nicht tatenlos zusehen und setzt prompt zum Gegenschlag an. Der Angriffspunkt: Deutschland ist zwischen Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt, in zwei rechtlich und wirtschaftlich komplett getrennte Unternehmen.
Lidl nutzt dies in einer neuen Werbekampagne: „Erst Deutschland in Nord und Süd aufteilen und dann stolz von einem Preis für alle ohne App sprechen. Ihr habt Humor“, heißt es auf Anzeigen in Sozialen Netzwerken. Aldi verweist dagegen auf sein umfangreiches Eigenmarkensortiment, das mehr als 90 Prozent des Gesamtsortiments ausmache und die Preisführerschaft Aldis begründe.
Kunden bezahlen auch mit persönlichen Daten
Die Kernfrage besteht darin, ob Kunden, die keine App benutzen, finanziell benachteiligt werden. Könnte für sie das allgemeine Preisniveau steigen, während andere Verbraucher von personalisierten Rabatten profitieren? Handelsexperte Rüschen sieht bislang keine Anzeichen dafür, dass Bonus-Apps zu einem höheren allgemeinen Preisniveau führen. Was er allerdings zur Kenntnis nimmt, ist der Rückgang von beworbenen Produkten in klassischen Handzetteln.
Umso stärker Händler auf personalisierte Coupons und digitale Angebote setzen, desto mehr wird Werbung in Papierform verdrängt. App-Verweigerer seien dadurch klar im Nachteil. Deutsche Kunden stehen somit zurzeit vor der Wahl, entweder beim Einkauf von Lebensmitteln auch mit seinen persönlichen Daten zu bezahlen, oder zu Aldi zu gehen. Rüschen zumindest bewertet die Strategie von Aldi als erfolgversprechend.
Quellenangabe: Tagesschau
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