Wirtschaft
Apple: Tim Cook verkündet letztmals Bilanzzahlen
Für den iPhone-Hersteller lief es im vergangenen Quartal gut: Umsatz und Gewinn stiegen massiv. Analysten sind trotzdem unzufrieden.
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Apple: Für den iPhone-Hersteller lief es im vergangenen Quartal ausgesprochen gut: Umsatz und Gewinn stiegen massiv. Analysten sind trotzdem unzufrieden. Tim Cook wird das Ruder in den einigen Wochen an John Ternus übergeben und hat daher zum letzten Mal die Bilanzzahlen des US-Konzerns vorgestellt. Der Gesamtumsatz legte um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden US-Dollar zu. Der Gewinn stieg um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden US-Dollar.
Die iPhone-Verkäufe stiegen um 22 Prozent auf 54,2 Milliarden US-Dollar, die der MacBooks um 29 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Das iPhone war damit wie stets seit dem erstmaligen Release im Januar 2007 das Zugpferd schlechthin. Die ausgesprochen guten Zahlen wurden aber auch durch einmalige Effekte wie bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen erreicht. Über diese konnte sich der iPhone-Hersteller freuen, nachdem das Oberste Gericht der USA einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump für nichtig erklärte
Apple veröffentlicht Bilanzzahlen für abgelaufenes Quartal
Die allgemeine Sorge der Apple-Kunden vor künftigen Preissteigerungen, ausgelöst durch die weltweite Chipkrise, wirkt sich ebenfalls positiv auf das starke Quartalsergebnis aus. Viele Kunden ersetzten in den vergangenen Wochen und Monaten ihre iPhones oder MacBooks gegen neue Modelle. Die Umsätze der wichtigen Servicesparte, zu der der App Store und der Streamingdienst Apple TV+ zählen, sind hingegen enttäuschend.
Auch der Ausblick konnte nicht wirklich begeistern: Apple prognostiziert für das laufende Quartal einen Anstieg der Konzernerlöse von 9 bis 11 Prozent. Der iPhone-Absatz werde voraussichtlich um etwa 15 Prozent zulegen. Analysten waren bislang von 12 beziehungsweise 17,6 Prozent ausgegangen. Im nachbörslichen Handel mussten die Aktien daher Federn lassen und brachen um knapp 8 Prozent ein. Tim Cook rechtfertigte den verhaltenen Ausblick mit Lieferengpässen bei Elektronikbauteilen, die vorerst nicht behoben werden könnten. Vor allem die Produktionskapazitäten für die von Apple entwickelten Smartphone- und Laptop-Prozessoren würden nicht ausreichen.
Analysten sorgen sich um vermeintliches „Strohfeuer“
Bob O’Donnell, Chefanalyst des Research-Hauses Technalysis, bezeichnet die Rekordumsätze des vergangenen Quartals dann auch als „Strohfeuer“ und wirft die Frage in den Raum: „Was passiert in diesem Quartal mit den Macs, wenn die neuen Preise voll zum Tragen kommen?“ Apple hatte vor einigen Wochen die Preise für mehrere Produkte angehoben, um die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips abzufedern. Der Umsatzbringer iPhone blieb zwar zunächst verschont. Experten rechnen jedoch fest damit, dass der Konzern anlässlich der Vorstellung der kommenden iPhone-Generation im September auch diese Produkte verteuern wird.
Die Analysten der Bank Morgan Stanley erwarten dennoch keinen größeren Dämpfer für die Nachfrage. Die Preisgestaltung, vor allem für das iPhone, habe in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Das Servicegeschäft war für gute, obgleich nicht überragende Zahlen gut: Apple konnte mit diesem Bereich 30,74 Milliarden US-Dollar einnehmen.
Quellenangabe: Spiegel
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