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WhatsApp: Deutsche Behörden können offenbar mitlesen
Meta betont, dass der hauseigene Messenger absolut sicher sei. Das stimmt wohl nicht, deutsche Behörden können fleißig mitlesen.
INHALTSVERZEICHNIS
WhatsApp: Meta betont stets, dass der hauseigene Messenger absolut sicher sei. Das stimmt so nicht, deutsche Ermittlungsbehörden können fleißig mitlesen. Dazu müssen sie keine Überwachungssoftware auf dem Smartphone installieren, stattdessen koppeln sie einfach einen zusätzlichen Computer an das vorhandene Nutzerkonto. Das renommierte Online-Portal netzpolitik.org hat dazu ein internes Papier veröffentlicht, das zeigen soll, dass der Zoll dieses Verfahren inzwischen regulär einsetzen kann.
Dabei verwenden offenbar Funktionen zweckentfremdet, die Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Signal für zusätzliche Geräte regulär bereitstellen. Gelingt es, einen Rechner mit einem Konto zu verbinden, erhält er Zugriff auf die gesamte Kommunikation inklusive neuer Nachrichten und bereits vorhandenen Chat-Inhalte.
Deutsche Behörden können offenbar bei WhatsApp mitlesen
Der Unterschied liegt im Detail: Wird der Bestätigungscode per SMS versendet, besteht die Möglichkeit, ihn über eine bestehende Telefonüberwachung abzufangen. Sollte der Messenger hingegen eine Bestätigung direkt auf dem Smartphone verlangen, müssen die Ermittler Zugriff auf das jeweilige Gerät haben. Ein solcher Zugriff kann allerdings auch missbraucht werden.
Ein Fall aus dem Jahr 2020 schildert detailliert, wie ein Ehepaar während einer Vernehmung seine Telefone übergab, damit vorhandene Nachrichten eingesehen und fotografiert werden konnten. Das taten die Beamten dann wohl auch, richteten aber zudem einen Zugang über WhatsApp Web ein und konnten derart die weitere Kommunikation anschließend über einen Behördenrechner verfolgen.
Zollkriminalamt soll Methode inzwischen regelmäßig nutzen
Der Zoll soll das Verfahren inzwischen nicht mehr nur im Testbetrieb einsetzen: Das Zollkriminalamt erprobte die Technik seit Ende 2023 und überführte sie zum 1. August 2025 in den regulären Betrieb. Nach Darstellung der Behörde kam sie zuvor bei Ermittlungen gegen schwere und organisierte Kriminalität zum Einsatz.
Nutzer sind dem Treiber allerdings nicht schutzlos ausgeliefert, haben sie doch durchaus die Möglichkeit, einen zusätzlich eingerichteten Zugang zu entdecken. Messenger führen die mit einem Konto verbundenen Geräte in ihren Einstellungen auf und erlauben es, unbekannte Verknüpfungen zu entfernen. Diese Kontrolle ergänzt die zuletzt verschärften Sicherheitsfunktionen von WhatsApp.
Rechtliche Grundlage dieser Form der Überwachung umstritten
Die rechtliche Grundlage der Verwendung dieser Form der Überwachung ist umstritten. Der Bundesgerichtshof hat im Januar 2026 entschieden, dass eine heimliche Verbindung zu einem Telegram-Konto nicht als gewöhnliche Telekommunikationsüberwachung behandelt werden kann. Das Gericht ordnete die Technik stattdessen der Quellen-Telekommunikationsüberwachung zu.
Hier liegt dann aber auch genau das Problem: Bei einer solchen Überwachung dürfen Ermittler nicht einfach auf sämtliche vorhandenen Nachrichten zugreifen. Die normalen Web- und Desktop-Versionen der Messenger können diese Trennung aber nicht zuverlässig gewährleisten. Konkrete Angaben dazu, wie häufig die Technik eingesetzt wird, liegen nicht vor.
Quellenangabe: AppGamers
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