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Nokia 1280: Das perfekte Notfall-Handy für kleines Geld
Das Dumbphone aus Finnland hat bereits viele Jahren auf dem Rücken und ist dessen ungeachtet das perfekte Notfall-Handy.
INHALTSVERZEICHNIS
Nokia 1280: Das Dumbphone aus Finnland hat bereits viele Jahren auf dem Rücken und ist dessen ungeachtet das perfekte Notfall-Handy. Das hat gute Gründe, die moderne Feature Phones allesamt recht alt aussehen lassen. Das Nokia 1280 ist ein Handy, das die Finnen im November 2009 erstmals vorstellten und das damals als das billigste Nokia Handy aller Zeiten galt. Billig hat bekanntlich zwei Bedeutungen, und ja, der damalige Verkaufspreis von 20 Euro war schon eine Hausnummer.
Das kleine Handy was für Schwellenländer gedacht und ist in diesen auch heute noch weit verbreitet. In Ländern wie Russland oder Ukraine sieht man die Handys nach wie vor regelmäßig. In Deutschland ist das 1280 daher auch so gut wie unbekannt. Schade eigentlich, hat es doch eine ganz besondere Eigenschaft, die es ideal als Notfall-Handy oder Senioren-Handy machen. Und ja, auch als Outdoor-Handy taugt das kleine Ding vorzüglich, ist es doch so gut wie unkaputtbar.
Nokia 1280 ist auch im Jahr 2026 das perfekte Notfall-Handy
Die Geschichte des Nokia 1280 reicht bis in das Jahr 2003 zurück: Nokia stellte das Nokia 1100 vor, mit rund 250 Millionen verkauften Einheiten das meistverkaufte Nokia Handy aller Zeiten und zugleich das meistverkaufte Mobiltelefon der Welt. Auch dieses Telefon fliegt in Deutschland unter dem Radar, war es doch ebenfalls konsequent für den Markt in Entwicklungsländern konzipiert.
Das Nokia 1100 bildete den Auftakt zu einer ganzen Serie an bewusst einfach gehaltenen Handys, die so gut wie nichts konnten, aber auch sehr wenig kosteten. Zudem waren sie für den Einsatz in Regionen konzipiert, die mit Problemen mit der Stromversorgung sowie Dreck und Stab zu kämpfen hatten. Die Handys waren relativ rutschfest, lagen gut in der Hand, hatten ein mehr oder weniger staubsicheres Gehäuse und ließen sich als Taschenlampe benutzen. In Gegenden mit vielen Blackouts ein riesiger Vorteil und vor 20 Jahren bei Handys eher Ausnahme denn Regel. Die Wikipedia hat bei Interesse zu der Entwicklung der primitiven und doch erstaunlich robusten Geräte viel zu berichten.
Nokia 1280 und Nokia 103 als letzte Dumbphones der Finnen
Auf das Nokia 1100 folgte im Jahr 2005 das Nokia 1110 und auf dieses zwei Jahre später das Nokia 1200. Auch das Nokia 1200 entwickelte sich mit rund 150 Millionen verkauften Exemplaren zu einem Bestseller. Die Nokia 1208 und Nokia 1209 setzen die Serie der günstigen Handys fort und im Jahr 2009 war dann das Nokia 1280 an der Reihe. Damit war die Geschichte der billigen Nokia Handys dann auch schon fast zu Ende, das nahezu baugleiche Nokia 103 aus dem Jahr 2012 war das letzte Nokia Handy mit einem monochromen Display.
Die Nokia 1280 und Nokia 103 haben identische Gehäuse, sodass Bastler mit etwas Talent den Mittelteil des 103, der in einem satten Orange kommt, ausbauen und in ihr 1280 einsetzen können. Das macht aus finanzieller Sicht überhaupt keinen Sinn, sieht aber ungemein gut aus. Wie dem auch sei, ein Jahr später verkaufte der finnische Konzern seine Handysparte für etwa 5,4 Milliarden Euro an Microsoft, womit der einstige Marktführer dann auch am Ende angelangt war.
Nokia 1280 war konsequent auf billig und robust ausgelegt
Das Nokia 1280 war also konsequent auf billig und robust ausgelegt und kommt zudem mit einer für heutige Maßstäbe schier unglaublichen Akkulaufzeit von bis zu 528 Stunden. Das behauptete zumindest Nokia damals und zahlreiche Tests bestätigten, dass die Finnen dabei eher tief gestapelt haben. Nutzer berichteten von 600 Stunden und mehr. Damit war das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht: Das 1280 wurde mit einem Nokia BL-5CB Akku ausgeliefert, der quasi die Billigversion des bekannten Nokia BL-5C darstellte. Das Handy konnte aber auch mit dem hochwertigeren BL-5C bestückt werden und diesen auch laden. Die Nokia 1280 Akkulaufzeit betrug dann bis zu 660 Stunden.
Akkus altern bekanntlich und Standby-Zeiten dieser Art können im Jahr 2026 nicht mehr erreicht werden. Originale Akkus von Nokia werden bereits seit vielen Jahren nicht mehr hergestellt, womit die Exemplare, die heute noch verkauft werden, mindestens 13 Jahre auf dem Buckel haben. Auf Amazon werden zwar zahlreiche Nachbauten des BL-5C angeboten, die jedoch in der Regel aus China stammen. Die AppGamers Redaktion arbeitet zurzeit an einem Nokia BL-5C Akkutest und kann bereits verraten, dass die China-Akkus allesamt nur einen Bruchteil der versprochenen Leistung abliefern. Einzig der PolarCell BL-5C Akku enttäuscht nicht auf ganze Linie, bleibt aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.
Nokia 1280 Akkulaufzeit von bis zu 660 Stunden möglich
Das Nokia 1280 erreicht mit dem PolarCell BL-5C eine Akkulaufzeit von 416 Stunden. Dieser Wert wurde von AppGamers in mehreren Testläufen ermittelt. Damit schafft das ebenso kleine wie alte Handy aus Finnland eine Standby-Zeit, die quasi von keinem modernen Dumbphone oder Feature Phone erreicht wird. Der Markt für Telefone dieser Art ist durchaus vorhanden, ob nun als Notfall-, Baustellen-, Senioren- oder Outdoor-Handy. Die Hersteller entsprechender Handys, exemplarisch seien HMD, Doro und Panasonic genannt, werben zwar mit fantastischen Standby-Zeiten, die sich jedoch als Unwahrheiten herausstellen. Das deutsche IT-Magazin Heise hat sich zum Beispiel das Nokia 800 Tough in einem Test genauer angeschaut und konnte die vom Hersteller angegebenen 43 Tage Akkulaufzeit nicht nachvollziehen. Zumindest dann nicht, wenn das Gerät auch nur sporadisch verwendet wird. Das Nokia 1280 ist in dieser Hinsicht also wirklich schwer zu schlagen.
Das kleine Handy wurde in den Farben Schwarz, Grau, Blau und Rot angeboten, bringt 81,9 Gramm auf die Waage und hat Abmessungen von 102 x 44 x 17 Millimeter. Auf eBay kann der Winzling zu Preisen von unter 20 Euro erworben werden. Als Fazit ein einfaches Nokia Handy, das wirklich so gut wie nichts kann, aber mit einer beeindruckenden Akkulaufzeit kommt. Die grundlegenden Funktionen sind Telefonie und SMS funktionieren gut. Noch, da die Deutsche Telekom das 2G-Netz in Deutschland zum 30. Juni 2028 abschalten will. Dann kann das Nokia 1280 endlich in die wohlverdiente Rente gehen, oder als (recht mickrige) Taschenlampe weiter verwendet werden.
Quellenangabe: AppGamers
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