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Tim Sweeney: „Roblox wächst und frisst die Spielebranche“
er Chef von Epic Games warnt vor der Dominanz großer Plattformen, will damit aber nicht sein hauseigenes Fortnite verstanden wissen.
INHALTSVERZEICHNIS
Tim Sweeney: Der Chef von Epic Games warnt vor der Dominanz großer Plattformen, will damit aber nicht sein eigenes Fortnite gemeint wissen. Sweeney brachte das Thema zum Abschluss der Keynote auf dem Unreal Fest 2026 in Chicago auf den Tisch. Als Themen waren neue Grafikfunktionen oder KI-Werkzeuge erwartet worden, was kam, war eine Analyse der kriselnden Spielebranche in Kombination mit dem Feindbild Roblox.
Der Epic-Chef sieht in dem Konkurrenten offenbar eine massive strategische Bedrohung – und will sein Unternehmen offenbar in eine vergleichbare Richtung führen. Sweeney verwies auf stark steigende Entwicklungskosten. Immer häufiger stünden „Hunderte Millionen US-Dollar Entwicklungskosten“ Einnahmen gegenüber, die nur einen Bruchteil davon erreichten, erklärte der CEO.
Tim Sweeney warnt vor Dominanz großer Plattformen
Zudem würde sich das Verhalten der Spieler grundlegend ändern: Gaming würde sich immer mehr zu einer sozialen Aktivität weiterentwickeln. Wer sich online mit Freunden treffe, entscheide erst danach, welches Spiel gemeinsam genutzt werde. Große Plattformen mit bestehenden Communitys hätten dadurch einen gewaltigen Vorteil gegenüber neuen Projekten.
Tim Sweeney will außerdem einen weiteren Trend ausgemacht haben: Spieler kauften zunehmend Gegenstände innerhalb von Spielen statt neue Spiele. Wer bereits Zeit, Geld und digitale Besitztümer in einem etablierten Ökosystem investiert habe, wechsle deutlich seltener zu neuen Angeboten. Aus Sicht der Spieler absolut nachvollziehbar, und für Sweeney ein weiteres Argument, dass die größten Plattformen immer mehr gestärkt werden.
Roblox scheint Feindbild Nummer 1 für Epic zu sein
Sweeney nannte die Gefahr dann auch beim Namen und erklärte: „Eine Sicht auf die Zukunft ist, dass Roblox wächst und die Spielebranche auffrisst.“ Roblox sei demnach eine zentrale Plattform mit einem einzigen Gatekeeper, habe rund 450 Millionen Nutzer und behalte mehr als 70 Prozent der Einnahmen ein. Für Entwickler sei das eine ernsthafte Herausforderung.
Eine Aussage von dem Epic-Chef, die durchaus ein wenig seltsam anmutet, immerhin baut Epic sein Flaggschiff Fortnite zu einer komplexen Plattform aus, in der Konzerte, Filme, Lego-Welten, Disney-Inhalte und nutzergenerierte Spiele die Gamer möglichst lange im selben Ökosystem halten sollen. Sweeney warnt somit von einem Szenario, das er selbst mit allen Nachdruck umsetzt.
Unreal Engine 6 sei mehr als nur neue Grafik-Engine
Sweeney hat den Widerspruch allerdings selbst erkannt und erklärte daher auch den Unterschied: Epic wolle kein einzelnes geschlossenes System schaffen, sondern Inhalte, Communitys und digitale Wirtschaftssysteme zwischen verschiedenen Spielen verbinden. Die angekündigte Unreal Engine 6 soll mehr als eine neue Grafik-Engine sein. Sie soll die technische Grundlage für ein Netzwerk verbundener Games liefern.
Die Spieler sollen ihre sozialen Kontakte, Käufe und Identitäten künftig leichter zwischen verschiedenen Angeboten mitnehmen können. Epic setzt nach Angaben von Sweeney auf offene Standards, gemeinsame Technologien und Partnerschaften mit Unternehmen wie Disney oder Lego. Sweeneys eigentliche Botschaft lautet damit: Nicht Roblox selbst sei das Problem, sondern eine Zukunft, in der ein einzelnes Unternehmen die gesamte Spielewirtschaft kontrolliert.
Quellenangabe: Golem
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