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Pawtrify: Wie aus Watrify eine Hundekarte mit Giftköder-Radar wurde
Manchmal entsteht ein neues Projekt wie Pawtrify nicht am Reißbrett, sondern aus den Rückmeldungen der eigenen Nutzer.
Pawtrify: Manchmal entsteht ein neues Projekt nicht am Reißbrett, sondern aus den Rückmeldungen der eigenen Nutzer. Genau so ist Pawtrify entstanden, das neue Projekt von Jan Schuhmacher, der mit Watrify eine der größten europäischen Karten für kostenlose Trinkbrunnen betreibt, über 250.000 an der Zahl, verteilt über den ganzen Kontinent. Beide Projekte betreibt er allein, in seiner Freizeit, ohne Team und ohne Investoren im Rücken.
Wie kam es dazu? Immer wieder meldeten sich Hundehalter bei Watrify, die die App auf ihren Gassi-Runden nutzten, weil sie unterwegs schnell eine Flasche für sich und ihren Hund auffüllen wollten. Aus den Nachrichten wurden bald konkrete Wünsche: „Baust du nicht auch Gassibeutel ein, das wäre super.“ Oder: „Badestellen für Hunde, das würde doch sehr gut passen.“ Schuhmacher wollte den Fokus von Watrify aber bewusst nicht aufweichen. Watrify soll für alle funktionieren, die unterwegs Trinkwasser suchen, nicht nur für einen Teil der Nutzer mit Hund.
Gleichzeitig zeigte die schiere Menge an ähnlichen Wünschen, dass offenbar sehr viele Hundehalter das gleiche Problem haben, für das es bislang keine vernünftige Lösung gibt. Genau daraus ist die Idee zu Pawtrify gewachsen: Watrify bleibt fokussiert auf Trinkwasser für alle, und Pawtrify wird bewusst nicht zu einer der üblichen Hunde-Apps, die Chats, Foren, Social-Network-Funktionen und Hundeversicherungen in einer einzigen App bündeln, sondern bleibt eine klare Utility-Karte für den Alltag. So ist also Pawtrify entstanden, je eine App für iOS und Android sowie als Webversion, und mittlerweile mit über 370.000 Gassispots in ganz Europa gefüllt.
Dabei deckt Pawtrify zwei ganz unterschiedliche Situationen ab. Die tägliche Gassirunde ums Haus, bei der man schnell wissen will, wo der nächste Gassibeutel oder die nächste Hundewiese ist. Und die Urlaubsplanung, bei der man sich vorab oder direkt vor Ort ansieht, was es rund um das Ziel überhaupt für Hunde gibt, europaweit und mit derselben Datenbasis.
Die wichtigsten Fakten zu Pawtrify
Beschreibung
Kostenlose Karte für Hundehalter, verfügbar als App für iOS und Android und im Web, entwickelt und betrieben von einer einzelnen Person in ihrer Freizeit.
Gassispots
Über 370.000 Gassispots europaweit bereits erfasst.
Kategorien
Gassibeutelspender, Mülleimer, Hundewiesen, Trinkbrunnen (für Frauchen, Herrchen & Tier), Tierärzte, hundefreundliche Restaurants und Badestellen für Hunde, ergänzt um ein Giftköder-Radar.
Datenmaterial
Datenbasis aus OpenStreetMap, angereichert um die Trinkbrunnen-Daten aus dem Schwesterprojekt Watrify sowie täglich neue Spots aus der wachsenden Pawtrify-Community.
Community-getrieben
Jeder kann neue Orte eintragen und über bestehende Einträge abstimmen. Die wachsende Community meldet bereits täglich viele neue Spots, und auch immer mehr Fotos werden nachgereicht, besonders spannend etwa bei Hundewiesen, wo ein Foto oft mehr sagt als jede Beschreibung.
Giftköder-Radar mit Geofencing-Warnung
Meldungen werden geprüft, ein cleveres System sorgt aber dafür, dass sie trotzdem in kürzester Zeit für andere sichtbar sind. Nutzer in der Nähe erhalten je nach eingestelltem Radius (200 Meter, 500 Meter oder 1.000 Meter) eine Push-Benachrichtigung.
Warnungen verfallen automatisch nach sieben Tagen, bleiben aber als inaktiver Eintrag sichtbar, damit sich wiederkehrende Muster erkennen lassen.
Privatsphäre
Werbefrei nach demselben Grundsatz wie Watrify: keine Banner, kein Premium-Upselling, kein Account nötig, volle Datenkontrolle. Die eigenen Daten gehen niemanden etwas an.
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht: eine echte VoiceOver-Unterstützung sorgt dafür, dass auch blinde und sehbehinderte Nutzer die App vollständig bedienen können.
Fünf Fragen an Jan Schuhmacher, Entwickler von Pawtrify und Watrify
Warum ausgerechnet eine Hundekarte, und warum jetzt?
„Die Nachrichten von Hundehaltern häuften sich einfach. Viele haben Watrify beim Gassigehen genutzt und irgendwann kamen Wünsche, die über Trinkwasser hinausgingen. Gassibeutel, Badestellen für Hunde, sowas in der Art. Ich hätte das alles in Watrify einbauen können, aber dann verwässert die App für alle anderen, die einfach nur schnell Wasser suchen und keinen Hund haben. Dass so viele Leute nach demselben fehlten, hat mir aber gezeigt, dass es sich lohnt, das Problem richtig zu lösen, mit einer eigenen App dafür.
Wichtig war mir dabei, den Fokus klar zu halten: keine Chats, keine Community-Funktionen, kein Punktesystem. Pawtrify soll einfach die eine App sein, die im Alltag oder unterwegs hilft, weg von der bekannten Gassirunde, gepflegt und zum Wachsen gebracht von Hundefreunden für Hundefreunde, indem sie selbst Inhalte einreichen. Mir war dabei auch wichtig, dass die App möglichst barrierefrei ist, deshalb steckt eine echte VoiceOver-Unterstützung drin, damit auch blinde und sehbehinderte Hundehalter sie vollständig nutzen können. Ich mache das alles allein, in meiner Freizeit, neben meinem eigentlichen Job. Dass daraus mittlerweile über 370.000 Gassispots europaweit geworden sind, zeigt mir, dass sich die Arbeit lohnt.“
Das Giftköder-Radar ist sicher die emotionalste Funktion. Wie funktioniert die Moderation, damit da nicht Panik oder Spaß-Meldungen verbreitet werden?
„Jede Meldung wird geprüft, bevor sie live geht, gerade weil Giftköder ein Thema ist, bei dem Fake-Einträge sehr schnell Schaden anrichten können. Damit trotzdem keine Zeit verloren geht, habe ich ein System gebaut, das die Prüfung sehr schnell macht, sodass die Warnung in kürzester Zeit für andere Hundehalter in der Nähe sichtbar ist. Bisher liefen solche Warnungen meistens nur in einzelnen WhatsApp-Gruppen, wo sie schnell wieder untergehen. Da schaut nicht jeder ständig rein, und ob eine Warnung an einem Ort schon öfter aufgetaucht ist, weiß in so einer Gruppe niemand. Über Pawtrify gibt es dafür jetzt einen zentralen Ort, der viel mehr Menschen erreicht, egal ob auf der Gassirunde vor der eigenen Haustür oder europaweit im Urlaub.“
Wie hängt Pawtrify technisch und inhaltlich mit Watrify zusammen?
„Die Trinkbrunnen-Daten aus Watrify sind die Basis für die Wasserstellen in Pawtrify. Watrify selbst bleibt dabei bewusst auf Trinkbrunnen für Menschen fokussiert, ich will da keine Hundenäpfe oder Ähnliches in die Datenbank mischen. Umgekehrt fließen neue Trinkbrunnen, die über Pawtrify eingetragen werden, wieder zurück in Watrify. Beide Projekte profitieren also voneinander, ohne dass die eine App die andere verwässert, und beide pflege ich komplett allein.“
Warum bleibt Pawtrify werbefrei, obwohl viele Apps in dem Bereich längst auf Monetarisierung setzen?
„Weil es mir um die Sache geht, genau wie bei Watrify. Mich nervt Werbung in Apps selbst wahnsinnig, genauso penetrantes Upselling. Das will ich meinen Nutzern nicht antun. Ein eigener Blog außerhalb der App ist bereits in Vorbereitung, mit redaktionellen Inhalten und Tests rund um Hunde. Darüber soll sich Pawtrify perspektivisch refinanzieren, die App selbst bleibt davon unberührt.“
Was kommt als Nächstes für Pawtrify?
„Die Features entwickeln sich schon jetzt sehr eng mit der Community weiter. Erst vor kurzem sind zum Beispiel Mülleimer als eigene Kategorie dazugekommen, zusätzlich zu den Gassibeuteln, ein Wunsch, der immer wieder aus der Community kam. Diese enge Rückkopplung zeigt sich auch im täglichen Betrieb: Es kommen laufend neue Spots dazu und immer öfter ergänzen Nutzer bestehende Einträge nachträglich mit Fotos, gerade bei Hundewiesen macht das einen großen Unterschied. Jetzt geht es vor allem darum, die Reichweite weiter zu steigern. Pawtrify ist erst seit rund vier Wochen live und hat schon jetzt täglich vierstellige Nutzerzahlen, das zeigt mir, dass der Bedarf da war, auch wenn ich das alles nebenbei und allein stemme.“
Pawtrify ist ab sofort kostenlos als App für iOS und Android sowie im Browser verfügbar.
Über den Entwickler
Jan Schuhmacher lebt in Karlsruhe und arbeitet seit über 15 Jahren im Bereich digitaler Produkte, heute als Head of Product in einem Technologieunternehmen. Seine Familie hat einen Hund, viele Freunde und Kollegen ebenfalls, und aus den immer gleichen Gesprächen darüber, welche Karten veraltet sind oder wie spät Giftköder-Warnungen die Runde machen, entstand die Idee zu Pawtrify. Gebaut hat er sie allein, in seiner Freizeit, mit dem Anspruch, dass Gassigehen für alle ein bisschen sicherer und entspannter wird.
Quellenangabe: AppGamers
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