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Online-Glücksspiel: Schwarzmarkt trotz Legalisierung unverändert stark
Das Milliardengeschäft boomt und fast jeder vierte Einsatz landet trotz der Legalisierung noch immer auf dem Schwarzmarkt.
INHALTSVERZEICHNIS
Online-Glücksspiel: Das Milliardengeschäft boomt und fast jeder vierte Einsatz landet trotz der Legalisierung noch immer auf dem Schwarzmarkt. Die Regeln des Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sind somit überwiegend erfolgreich, haben jedoch dessen ungeachtet Lücken. Die Länder wollen das Regelwerk daher feinjustierten. 14,4 Milliarden Euro nahmen die Anbieter von erlaubten Online-Casinos oder digitalen Sportwetten im vergangenen Jahr ein.
Damit sind die Bruttospielerträge im Vergleich zu 2024 nicht weitergewachsen, doch bewegen sie sich auf einem leicht höheren Niveau als noch vor der Corona-Pandemie. Das zeigt der Tätigkeitsbericht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Zum Vergleich: Der deutsche Buchmarkt setzte 9,6 Milliarden Euro um.
Online-Glücksspiel bringt 14,4 Milliarden Euro ein
Der Online-Anteil am Glücksspiel ist von 2022 bis 2025 von rund 19 Prozent auf mehr als 24 Prozent gewachsen. Marktbeobachter schreiben dies dem Glücksspielstaatsvertrag zu. Das im Sommer 2021 in Kraft getretene Regelwerk erlaube es, bei lizenzierten Anbietern im Internet zu spielen. Der Glücksspielvertrag schreibt unter anderem ein bundeseinheitliches Sperrregister für Spieler, ein monatliches Einzahlungslimit und Beschränkungen für Werbung vor.
Zudem reguliert die neu gegründete Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die länderübergreifenden Glücksspielangebote im Internet. Knapp 77 Prozent des Marktvolumens entfallen inzwischen auf legale Angebote und gelten damit als kanalisiert. Die übrigen 23 Prozent der Einsätze werden auf dem Schwarzmarkt gespielt. Das zumindest ist das Ergebnis einer von der GGL in Auftrag gegebenen Studie aus dem Frühjahr 2026.
Strikte Regeln fördern illegalen Glücksspielmarkt
Darin liegt auch die Krux des Glücksspielstaatsvertrags: Bund und Länder wollen das Glücksspiel derart regulieren, dass Spieler optimal geschützt werden. Gleichzeitig nehmen sie hohe Steuern von den Betreibern ein, Geld, das letztlich aus den Verlusten der Spieler stammt und zum Teil die Suchthilfe finanziert. Zu strikte Regeln könnten allerdings dazu führen, dass Spieler verstärkt auf illegale Glücksspielangebote ausweichen. Der deutsche Staat hat auf diese keinen Einfluss und kann auch nicht auf Steuerzahlungen hoffen.
Ein weiteres Thema ist Spielsucht, ein Problem, von dem allein in Bayern laut dem Institut für Therapieforschung und der Landesstelle Glücksspielsucht etwa 200.000 Menschen betroffen sind. Diese Zahl sei seit 2021 stabil und unterliege nur geringfügigen Schwankungen. „Schon vor 2021 gab es Online-Glücksspiel, es war nur illegal“, erklärt Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle. Daher sei auch kein relevanter Anstieg zu verzeichnen.
„Der Markt ist nicht explodiert, er hat sich aber verändert“
Und weiter: „Wir sehen bei den Suchtberatungen eine Wanderung vom terrestrischen Spiel zu Onlinespielen.“ Noch vor ein paar Jahren hätten 70 Prozent der Hilfesuchenden Geldspielgeräte als Hauptspielart angegeben. Heute würden mehr als 60 Prozent Online-Glücksspiel angeben. Landgraf glaubt: „Der Markt ist nicht explodiert, er hat sich aber verändert.“ Zum Teil sind die Regelungen des Staatsvertrags geglückt, findet Landgraf.
So sei etwa die Sperrdatei ein gutes Instrument. 390.000 Spieler sind derzeit eingetragen und gesperrt, das zeigen Zahlen des Regierungspräsidiums Darmstadt. Doch fast alle Betroffenen lassen sich auf eigenen Wunsch sperren: 97 Prozent der Sperren sind solche Selbstsperren. Nach Ansicht Landgrafs müssten Anbieter auffälliges Spielverhalten häufiger melden und selbst eine Sperre veranlassen. Zudem werde in Spielhallen und ähnlichen Einrichtungen nicht konsequent genug kontrolliert, ob ein Spieler gesperrt ist. Bei vom Fachverband Glücksspielsucht organisierten Testkäufen hätten mehr als zehn Prozent der getesteten Spielhallen und Wettbüros Einsätze von gesperrten Spielern entgegengenommen.
GGL-Vorstand Ronald Benter fordert mehr Handlungsspielraum
Die Bundesländer evaluieren den Staatsvertrag bis Ende des Jahres und entwickeln ihn gegebenenfalls weiter. Für die bayerische Staatsregierung hat sich der Vertrag grundsätzlich bewährt, auch weil der Vertrag bereits weiterentwickelt wurde. Besondere Schwerpunkte bei der Evaluierung sieht sie nicht.
GGL-Vorstand Ronald Benter fordert dagegen einen größeren Handlungsspielraum für seine Behörde: „Ein Markt, der sich technologisch und wirtschaftlich schnell verändert, braucht eine Aufsicht, die auf neue Entwicklungen zeitnah reagieren kann.“ Für den Leiter der Landesstelle Glücksspielsucht, Konrad Landgraf, stehen andere Themen im Vordergrund: Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro sei zu hoch. Zudem werde nicht streng genug geprüft, ob es im Einzelfall auf 10.000 Euro erhöht werden dürfe. Ebenso sollte in Spielhallen und Wettbüros die Einhaltung der Spielersperre konsequenter geprüft werden.
Quellenangabe: AppGamers
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