Wirtschaft
EU-Kommission: Kids Act könnte Games-Branche schaden
Die Europäische Union will mit dem Kids Act künftig Kinder vor den Risiken von Social Media und Videogames schützen.
INHALTSVERZEICHNIS
EU-Kommission: Die Europäische Union will mit dem Kids Act künftig Kinder vor den Risiken von Social Media und Videogames schützen. Die Regelung sieht im Kern ein verpflichtendes Mindestalter für Social-Media-Plattformen vor. Kinder sollen erst ab einem Alter von 15 Jahren einen eigenen Account bei Instagram, TikTok, Facebook & Co. erstellen können.
Für 13- bis 15jährige ist ein begleitetes Surfen durch die Erziehungsberechtigten vorgesehen, mit eingeschränkten Funktionen und täglichem Zeitlimit. Bis zum Alter von 12 Jahren sollen Kinder gar gar keinen Zugang zu sozialen Netzwerken erhalten, die Nutzung von explizit kinder-freundlichen Angeboten soll aber möglich bleiben.
EU-Kommission will Kinder künftig vor digitalen Risiken schützen
Die Plattform-Betreiber wie Meta und ByteDance müssten dafür deutlich striktere Alterskontrollen implementieren und diese auch konsequent umsetzen. Suchtfördernde Mechaniken wie Doomscrolling, Belohnungen, automatische Video-Starts und Push-Nachrichten in den Nachtstunden sollen ebenfalls unterbunden werden. Unter der Maßgabe „Safety by design“ sollen außerdem Kontaktaufnahmen durch Fremde unterbunden werden.
Ein Paradigmen-Wechsel ist die Umkehr der Beweislast: Nicht mehr die Aufsichtsbehörden müssen Verfehlungen aufspüren, sondern die Betreiber der Plattformen stehen in der Nachweis-Pflicht, dass sie sichere Dienste betreiben, die keine übermäßigen Gefahren für Minderjährige bergen.
EU Kids Act nimmt neben Social Media auch Videogames ins Visier
Der EU Kids Act nimmt neben Social-Media-Plattformen auch PC-, Konsolen- und Mobile-Spiele ins Visier. In dem Entwurf kommt an mehr als 100 Stellen der Begriff „game“ vor. Die Regelungen sollen laut ersten Einschätzungen für alle Online-Games gelten, die in der Europäischen Union angeboten werden, von Multiplayer-Modi bis hin zu Online-Welten wie Roblox.
Der Kids Act sieht unter anderem vor, dass der Echtgeld-Gegenwert von Spielwährungen klar kommuniziert wird. Epic-Boss Tim Sweeney bemüht dann auch prompt großes Pathos: „Das wäre schrecklich für die nächste Generation der Menschheit“, schreibt er bei dem Online-Dienst X, schließlich seien die Apps und Games die Pinsel und Baumhäuser von gestern. Dank Fortnite Creative Mode und Roblox Studio könnte jeder zum Künstler werden, und genau das wollten Politiker nun wegnehmen.
Jugend- und Verbraucherschützer begrüßen die geplanten Regeln
Sweeneys Konzern wäre unmittelbar betroffen vom sogenannten Kids Act, den Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen und Digital-Kommissarin Henna Virkkunen in Brüssel vorgestellt haben. Der Alarmismus hat gute Gründe: Gerade unter Kindern und Jugendlichen sind Epic-Dauerbrenner wie Fortnite oder Rocket League extrem populär – die Online-Games spielen Milliarden ein.
Das Gesetz stößt erwartungsgemäß auf ganz unterschiedliche Reaktionen: Während Jugend- und Verbraucherschützer den Vorstoß begrüßen, warnt die Industrie vor überbordender Regulierung. Digital-Experten sehen ein mögliches Einfallstor für die Ausweitung der Überwachung im Netz, etwa durch Alterskontrollen durch zugelassene Apps und Dienste.
Quellenangabe: GamesWirtschaft
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