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Warum Mobilfunkanbieter die Plastikkarte loswerden wollen
Eine SIM-Karte kostet in der Herstellung nur wenige Cent. Trotzdem steckt hinter dem kleinen Plastikstück eine ganze Lieferkette.
INHALTSVERZEICHNIS
Ratgeber: Eine SIM-Karte kostet in der Herstellung nur wenige Cent. Trotzdem steckt hinter dem kleinen Plastikstück eine ganze Lieferkette: Chipfertigung, Personalisierung mit Kundendaten, Verpackung, Versand, Lagerung in Shops, Rücksendungen. Für Netzbetreiber summiert sich das auf Millionen Karten pro Jahr.
Der Wechsel zur eSIM wird oft als Komfortgewinn für Kunden beschrieben. Für die Branche steckt mindestens ebenso viel wirtschaftliches Interesse dahinter.
Logistik ohne Logistik
Ein digitales Profil wird nicht verschickt, sondern über das Internet bereitgestellt. Damit entfallen Wartezeiten auf einen Brief, verlorene Sendungen und die Frage, ob die Karte im Shop vorrätig ist. Neukunden können theoretisch innerhalb von Minuten telefonieren, auch an einem Sonntagabend.
Für Anbieter, die ausschließlich online verkaufen, ist das ein erheblicher Vorteil. Sie brauchen weder ein Ladennetz noch einen Kartenversand. Auch der klassische Kartentausch, wenn ein Kunde von Nano- auf Micro-SIM wechseln musste oder eine Karte beschädigt war, fällt weg.
Wechseln wird einfacher, und genau das ist der Punkt
Aus Kundensicht hat die eSIM eine Eigenschaft, die für den Markt interessant ist. Ein zusätzlicher Tarif lässt sich installieren, ohne den bestehenden aufzugeben. Wer einen günstigeren Datentarif für eine Reise oder einen Zweitvertrag ausprobieren will, kann das tun, ohne mit Karten zu hantieren.
Das erhöht den Wettbewerb. Etablierte Netzbetreiber haben deshalb nicht immer mit Begeisterung reagiert, und es hat einige Jahre gedauert, bis die großen deutschen Anbieter eSIM breit unterstützt haben. Inzwischen gehört es bei ihnen zum Standard, auch wenn sich Gebühren und Abläufe für die Bereitstellung eines Profils weiterhin unterscheiden.
Wer sich grundsätzlich mit der Technik vertraut machen will, findet unter dem Stichwort Was ist eine eSIM? eine Einführung, die erklärt, wie ein solches Profil auf dem Gerät landet und welche Voraussetzungen das Telefon erfüllen muss.
Neue Anbieter, neue Geschäftsmodelle
Mit der Technik ist eine Gruppe von Unternehmen gewachsen, die gar kein eigenes Netz betreiben. Sie kaufen Kapazitäten bei Netzbetreibern in verschiedenen Ländern ein und verkaufen daraus Datentarife, die sich digital installieren lassen. Vor allem im Reisebereich ist dieser Markt in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.
Für Kunden bedeutet das mehr Auswahl, vor allem bei kurzen Auslandsaufenthalten. Es bedeutet aber auch, dass sich das Lesen der Bedingungen lohnt. Welches Netz wird im Zielland genutzt, wie lange läuft ein Paket, ab wann beginnt die Laufzeit, und lässt sich das Volumen per Hotspot teilen? Die Antworten unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.
Der Umweltaspekt, nüchtern betrachtet
Gern wird die eSIM als nachhaltige Alternative bezeichnet. Ein Teil davon stimmt. Es fallen weniger Plastik, weniger Verpackung und weniger Transporte an.
Gemessen am ökologischen Fußabdruck eines Smartphones ist die Einsparung jedoch klein. Die Herstellung des Geräts selbst, seine Nutzungsdauer und die Frage, ob es repariert werden kann, haben einen weit größeren Einfluss. Ein Telefon, das ein Jahr länger genutzt wird, spart erheblich mehr Ressourcen als der Verzicht auf eine Plastikkarte. Die eSIM ist in dieser Hinsicht ein kleiner Baustein, kein Wendepunkt.
Was Kunden davon haben
Die Interessen der Anbieter und die der Kunden decken sich in diesem Fall weitgehend. Weniger Wartezeit, mehr Wahlfreiheit, einfacheres Reisen.
Ein Punkt verdient trotzdem Aufmerksamkeit. Wer das Telefon wechselt, sollte vorher wissen, wie der eigene Anbieter mit der Übertragung umgeht. Manche bieten eine bequeme Mitnahme, andere verlangen ein neues Profil gegen Gebühr. Diese Information findet sich meist in den Hilfeseiten des Anbieters und ist vor dem Kauf eines neuen Geräts schnell geprüft.
Quellenangabe: AppGamers
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