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Watrify: Kostenlose Karten für Trinkwasser und Toiletten in Europa
Manchmal beginnt ein Projekt nicht mit einer Vision, sondern einer praktischen Frage: Wo bekommt man unterwegs Trinkwasser her?
Watrify: Manchmal entsteht ein Projekt nicht am Reißbrett, sondern draußen, auf der eigenen Tour. Genau so ist Watrify entstanden, das Projekt von Jan Schuhmacher, der es inzwischen seit einem Jahr betreibt, komplett in seiner Freizeit, ohne Team und ohne Investoren im Rücken. Aus einer kleinen Karte für die eigenen Fahrrad- und Camper-Touren ist über die Zeit eines der größten europäischen Netzwerke für kostenlose Trinkbrunnen geworden, mit inzwischen über 250.000 erfassten Wasserstellen quer über den Kontinent.
Wie kam es dazu? Schuhmacher ist selbst viel draußen unterwegs, auf Gravel-Touren, beim Bikepacking, Mountainbiken, Wandern und Biwak, und dabei hat ihn immer wieder dasselbe Problem beschäftigt: Die Flasche ist leer, und niemand weiß so recht, wo die nächste Trinkwasserstelle liegt. Eine überzeugende Lösung dafür fand er auf dem Markt nicht, also baute er sich kurzerhand selbst eine, ursprünglich nur für die eigenen Touren. Erst als Freunde begeistert reagierten, machte er die Karte öffentlich, ohne großen Launch und ohne Ankündigung.
Watrify bietet kostenlose Karten für Trinkwasser und Toiletten in Europa
Aus dem kleinen Werkzeug für den eigenen Rucksack wurde in den folgenden Monaten mehr, als Schuhmacher sich selbst hätte vorstellen können. Watrify läuft heute synchron auf Web, iOS und Android, ist in fünf Sprachen verfügbar und wird von der Community aktiv mit Fotos, Kommentaren und gemeldeten Quellen gefüttert.
Gebaut ist Watrify dabei nicht für eine einzelne Zielgruppe, sondern für alle, die draußen zu Hause sind. Vanlife- und Camper-Reisende finden Zapfstellen für den Wassertank, um länger autark stehen zu können, Wanderer und Trekking-Fans planen ihre Route entlang natürlicher Quellen und sparen so Gewicht im Rucksack, und beim Bikepacking oder auf der Radtour erhöht ein voller Trinkbrunnen unterwegs schlicht die Reichweite. Auch Trailrunner nutzen die Karte für den schnellen Schluck auf dem Long Run, in Städten hilft sie, statt teurem Flaschenwasser einfach den nächsten öffentlichen Brunnen im Park zu finden, und beim Zelten oder Biwak zeigt sie, wo es vor dem Lagerplatz noch Wasser zum Kochen und Waschen gibt. Nicht zuletzt dient Watrify manchen Nutzern auch als Backup für den Ernstfall, wenn die eigene Leitung einmal trocken bleibt.
Die wichtigsten Fakten zu Watrify
Beschreibung
Kostenlose Karte für Trinkwasser und öffentliche Toiletten, verfügbar als App für iOS und Android und im Web, entwickelt und betrieben von einer einzelnen Person in ihrer Freizeit.
Wasserstellen
Über 250.000 Trinkbrunnen und Wasserspender europaweit bereits erfasst.
Öffentliche Toiletten
Zusätzlich über 100.000 öffentliche Toiletten in ganz Europa verzeichnet, direkt auf derselben Karte.
Reichweite
Von einem Projekt nur für den eigenen Bedarf zu nach einem Jahr deutlich über 100.000 Nutzern im Monat, komplett organisch und ohne Marketing-Budget. Verfügbarkeit in fünf Sprachen.
Bewertungen
4,9 von 5 Sternen bei 88 Bewertungen im App Store, 4,82 Sterne bei 70 Rezensionen im Play Store. Zwischenzeitlich Platz 18 der meistgeladenen Travel-Apps im Apple App Store.
Community-getrieben
Jeder kann neue Quellen eintragen, Fotos ergänzen und bestehende Einträge kommentieren. Über die Zeit sind so viele tausende Fotos, Kommentare und gemeldete Wasserstellen zusammengekommen.
Presse & Anerkennung
Erwähnung im SPIEGEL sowie Beiträge bei t3n, CHIP, GIGA, Macwelt und PC-WELT, dazu ein dpa-Themendienst-Artikel, den zahlreiche deutsche Tageszeitungen und Portale übernommen haben, unter anderem Handelsblatt, WiWo und GEO.de. Hinzu kommen Artikel in Prinz wie das Bergsteiger Magazin und das Trekking Magazin sowie in Österreich Futurezone.at und Radio ONE. Offizieller Use-Case-Eintrag bei der Landeshauptstadt München, beim Bayerischen Staatsministerium für Digitales, bei Open Data Österreich (data.gv.at) und opendata.swiss in der Schweiz.
Neuestes Feature
GPX-Routen lassen sich seit Kurzem direkt auf der Karte anzeigen, sodass alle Trinkstellen entlang der geplanten Strecke sofort sichtbar sind, ohne zwischen App und Routenplaner wechseln zu müssen.
Privatsphäre
Werbefrei, kein Tracking, kein Account-Zwang, volle Datenkontrolle. Die eigenen Daten gehen niemanden etwas an.
Positionierung
Versteht sich als gezielte Ergänzung für genau ein Thema, nicht als Ersatz für große Kartendienste. GIGA.de bezeichnete Watrify bereits als spezialisierte und praktische Alternative zu Google Maps.
Sechs Fragen an Jan Schuhmacher, Entwickler von Watrify
Wie ist die Idee zu Watrify eigentlich entstanden?
„Die Idee ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern draußen, bei großen Fahrradtouren, Camper-Touren, beim Mountainbiken, Wandern oder Biwak. Dort hat mich immer wieder dasselbe Problem beschäftigt: Die Flasche ist leer, und man hat keine Ahnung, wo die nächste Wasserstelle ist. Ich habe mir den Markt angeschaut, keine Lösung gefunden, die mich überzeugt hat, und mir dann kurzerhand selbst eine gebaut, ursprünglich nur für mich und meine eigenen Touren. Erst als ich sie ein paar Freunden gezeigt habe und die Begeisterung groß war, habe ich sie öffentlich gemacht.“
Was war der Moment, in dem für dich klar wurde, dass daraus mehr wird als ein privates Projekt?
„Die ersten Erwähnungen in den Tech-Portalen waren für mich ein besonders schönes Gefühl, weil in genau diesem Moment klar wurde, dass da wohl etwas mehr entsteht als nur ein Werkzeug für den eigenen Rucksack. Inzwischen kommen sogar Städte aktiv auf mich zu, um neue Trinkbrunnen zu melden oder über Daten-Partnerschaften zu sprechen. Das hätte ich mir am Anfang nicht träumen lassen.“
Was treibt dich bei Watrify eigentlich an, jenseits der eigenen Touren?
„Viele Städte und Kommunen erfassen ihre Trinkbrunnen gar nicht erst digital. Und wenn doch, dann auf eigenen Webseiten oder Portalen, die kaum jemand findet. Das Ergebnis sind hunderte Insellösungen, die niemand zusammenführt. Watrify schließt genau diese Lücke, nicht durch neue Technologie, sondern durch bessere Sichtbarkeit dessen, was längst existiert. Dahinter steckt für mich auch ein Umweltgedanke: Jede Flasche, die nachgefüllt statt neu gekauft wird, spart Plastik. Und am Ende geht es einfach darum, Menschen im Alltag und auf Reisen zu helfen, ohne dass ich daran irgendetwas verdiene.“
Warum bleibt Watrify werbefrei und ohne Account-Zwang, obwohl viele Apps in dem Bereich längst auf Monetarisierung setzen?
„Mir war von Anfang an wichtig, dass Wasser ein allgemeines Gut ist, das für alle kostenlos zur Verfügung stehen sollte, und nicht etwas, das man privatisiert oder teuer und umweltschädlich in PET-Flaschen abfüllt. Wer weiß, wo die nächste Trinkwasserstelle ist, muss sich seltener eine Plastikflasche kaufen, und über ein Jahr und viele tausende Nutzer summiert sich das zu einer ganzen Menge eingesparten PET-Flaschen. Banner-Werbung, Tracking oder penetrantes Upselling würden diesem Grundsatz widersprechen, deshalb kommt das für Watrify nicht infrage.“
Watrify ist mittlerweile ziemlich groß gewachsen. Wie siehst du das Verhältnis zu etablierten Karten- und Outdoor-Apps?
„Ich verstehe Watrify nicht als Konkurrenz zu etablierten Karten- und Outdoor-Apps, sondern als hochspezifische Ergänzung für genau dieses eine Thema. Die großen Apps machen vieles richtig, aber öffentliche Trinkbrunnen und Toiletten sind dort bestenfalls Nebensache, oft veraltet oder gar nicht erst erfasst. Genau diese Lücke füllt Watrify, bewusst schmal und fokussiert. GIGA hat das in einem Test einmal sehr treffend als spezialisierte und praktische Alternative zu Google Maps beschrieben, und das trifft es eigentlich ganz gut.“
Was kommt als Nächstes für Watrify?
„Ich möchte Watrify bewusst schlank halten, statt einfach immer neue Funktionen draufzupacken. Mein Fokus liegt auf mehr Nutzern, besseren Daten und einem Wachstum, das gesund bleibt. Bevor ich etwas Neues baue, will ich außerdem wirklich verstehen, was Nutzer brauchen, statt blind drauflos zu entwickeln, deshalb habe ich zuletzt eine Umfrage gestartet, um genau das besser einschätzen zu können. Trotzdem sind über die Zeit auch schon ein paar Dinge dazugekommen, die viele Nutzer sich gewünscht haben, etwa der GPX-Import oder zuletzt die Möglichkeit, ganze Routen direkt auf der Karte anzuzeigen. Solche Ideen teste ich vorher immer selbst auf meinen eigenen Touren, und erst wenn sie sich dort wirklich bewähren, baue ich sie und veröffentliche sie.“
Watrify ist kostenlos verfügbar: Web · iOS · Android
Über den Entwickler
Jan Schuhmacher lebt in Karlsruhe und arbeitet seit über 15 Jahren im Bereich digitaler Produkte, heute als Head of Product in einem Technologieunternehmen. In seiner Freizeit ist er viel mit dem Gravel- oder Mountainbike unterwegs, dazu kommen Camper-Touren, Biwak und Felsklettern. Aus der immer gleichen Frage, wo es unterwegs eigentlich Trinkwasser gibt, entstand vor einem Jahr die Idee zu Watrify. Gebaut hat er sie allein, in seiner Freizeit, mit dem Anspruch, dass Trinkwasser für alle zugänglich bleibt, ohne Werbung und ohne Account-Zwang. Mit Pawtrify betreibt er inzwischen auch ein Schwesterprojekt für Hundehalter.
Mehr über Jan und das Projekt: watrify.de/ueber-mich-das-projekt-watrify
Quellenangabe: AppGamers
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